Gegenwärtig verwaltet die staatliche Petroleum Development Oman (PDO) ein Portfolio im Wert von mehreren Milliarden US- Dollar, das große Öl- und Gasförderprojekte mit erneuerbaren Energien, Kohlenstoffmanagement und digitalen Ölfeldsystemen kombiniert, wodurch eine vielfältige Palette an Möglichkeiten für Planungs-, Beschaffungs- und Bauaufträge (EPC) in ganz Oman entsteht. Das Projektportfolio der PDO spiegelt den Wandel hin zu einem sogenannten „Hybrid-Energie“-Modell wider. Groß angelegte Programme zur Kohlenwasserstoffgewinnung bilden weiterhin das Rückgrat der Produktion, doch integriert der Betreiber gleichzeitig Solarenergie, Kohlenstoffmanagement und digitale Infrastruktur in sämtliche Geschäftsbereiche. Für EPC-Auftragnehmer und Ausrüstungslieferanten bietet das Portfolio eine stetige Auswahl an Projekten in den Bereichen Engineering, Bau und Technologie, die sich auf Anlagen im Upstream-Bereich, Versorgungseinrichtungen, erneuerbare Energiegewinnung und Standortinfrastruktur erstrecken. Die PDO ist der Betreiber der Kohlenwasserstoff-Konzession „Block 6“ in Oman, der größten und ergiebigsten Konzession des Sultanats. Der an Land gelegene Block umfasst 202 Ölfelder sowie 43 Gasfelder, aus denen die PDO insgesamt rund 680.000 Barrel pro Tag an Öl und Kondensaten fördert.

MEED berichtete am 31. Juli 2026, dass das indische Bauunternehmen Larsen & Toubro (L&T) bekannt gegeben hat, dass es einen sechsjährigen Rahmenvertrag über Planung, Beschaffung und Bau (EPC) mit der PDO unterzeichnet hat. Damit ist das in Mumbai ansässige Unternehmen L&T als viertes Unternehmen dem von PDO geschaffenen Pool von EPC-Dienstleistern beigetreten, um sich künftig einfacher an Ausschreibungen und der Vergabe von Projekten innerhalb der PDO-Konzession Block 6 beteiligen zu können. Vor L&T hatte die PDO bereits Engineering for the Petroleum & Process Industries (ENPPI) und die Petrojet aus Ägypten, die GS Engineering & Construction aus Südkorea sowie die Jereh Group aus China als Auftragnehmer ausgewählt. Die PDO plant, bis zu acht Projekte mit einem Gesamtwert von 6 Mrd. US-Dollar auszuschreiben.

Zu diesen Projekten gehört das Raba-Hub-Ölprojekt, das Teil des Qarn-Alam-Ausbauvorhabens im nördlichen Bereich der PDO-Konzessionsfläche ist. Das Öl- und Gasprojekt Wadi-Umairi umfasst Öl- und Gasaufbereitungsanlagen wie Separatoren, Lagertanks, Wasserinjektionspumpen, eine Gasreinigungsanlage sowie die Infrastruktur und Versorgungsleitungen außerhalb des Geländes. Das auf Öl und Gas ausgerichtete Rabab-Harweel-Integrationsprojekt (Tranche 2) umfasst die Injektion von mischbarem Gas in mehreren Feldern im Süden Omans und ist in zwei Tranchen unterteilt. Tranche 2, deren Inbetriebnahme ab 2028 geplant ist, zielt darauf ab, die Ölförderkapazität zu erweitern und die Gasinjektion zu verbessern. Zum Umfang gehört außerdem die Aufrechterhaltung der Gasversorgung aus dem Lagerstättenreservoir durch die Installation einer Kompressionsanlage zur Förderung aus erschöpften Lagerstätten sowie der Ausbau des Gasnetzes außerhalb des Fördergebiets. Damit gehört das Projekt Rabab Harweel zu den technisch komplexesten Entwicklungsprojekten der PDO.

Das Bout-Projekt zur vollständigen Felderschließung ist ein Onshore-Öl- und Gasvorhaben im Block 6. Sein Umfang umfasst abgelegene Verteilerstationen (RMS), eine Sammelstation, Mehrwege-Umschaltventile, Wasserinjektionspumpen und -verteiler, Separatoren, eine Hydrozyklon-Anlage sowie Versorgungsanlagen. Das Dulaima-Projekt dient der verbesserten Ölförderung mithilfe von Kohlendioxid (CO2-EOR) und umfasst eine Aufbereitungsanlage zur Verarbeitung der zusätzlich gewonnenen Kohlenwasserstoff- und Kohlendioxid-Mengen, einschließlich der Rückführung von Kohlendioxid. Das gemeinsam mit Shell entwickelte Pilotprojekt könnte die Grundlage für künftige Projekte zur Kohlenstoffspeicherung in Oman bilden. Zum Sauergas- und Ölprojekt Makarem gehören eine Sammelstation, RMS-Anlagen, Wasserinjektionssysteme, Verteiler, Pumpen, Abscheider und Versorgungsanlagen. Außerdem umfasst das Projekt eine von Grund auf neu zu errichtende Sauergasanlage mit Gasreinigungs- und Schwefelrückgewinnungsanlagen. Zu den weiteren Vorhaben gehören die Gaserschließungsanlagen Amal Southeast und Hawqa Hasirah.

Nach Informationen der Marktinformationsplattform und Datenbank EPC Intel vom 16. März 2026 investiert die PDO über die traditionellen Upstream-Projekte hinaus auch in Umwelt- und Digitalisierungsprojekte. So stellt das Projekt „Nimr Water and Sewage Facilities“, das an Ion Exchange India und die omanische Hofincons Group vergeben wurde, eine Investition in die Umweltinfrastruktur in Höhe von schätzungsweise 200 Mio. US-Dollar dar, die der Wasserwirtschaft im südlichen Konzessionsgebiet zugutekommt. Schließlich führt die „Marmul Digital Oilfield“-Initiative von PDO KI-gestützte Überwachungssysteme in bereits erschlossenen Ölfeldern ein. Da Halliburton die digitalen Systeme von Landmark bereitstellt und Microsoft die Cloud-Infrastruktur liefert, wird erwartet, dass das Programm auf mehrere Anlagen ausgeweitet wird. Insgesamt umfassen die wichtigsten Projekte der PDO eine Projektpipeline im Upstream-Bereich und in der Energieinfrastruktur, deren laufende und in naher Zukunft anfallende Investitionen sich auf 6 bis 8 Mrd. US-Dollar belaufen. Das Programm verdeutlicht, wie nationale Betreiber im Nahen Osten ihre Entwicklungsstrategien weiterentwickeln. Anstatt sich von Kohlenwasserstoffen abzuwenden, integrieren Unternehmen wie die PDO erneuerbare Energien, CO2-Management und digitale Optimierung in traditionelle Upstream-Projekte.